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London: Pets In The City



 
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 London: Pets In The City

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AutorNachricht
Rita
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BeitragThema: London: Pets In The City   Sa 30 Aug 2014 - 22:23

Roscoe && Rita
- 10. Februar 2014, Nachmittag -

Weather:

Hazy and freezing, 28°F (-3°C)
Chance of Snow 65%
Light Wind


Rita musste acht geben, sich nicht ebenso die Nase an der glänzenden, sicher kürzlich erst frisch gesäuberten Scheibe platt zu drücken wie die wuseligen kleinen Fellbündel auf der anderen Seite der durchsichtigen Grenze zwischen einer belebten Großstadtstraße und dem nicht gerade winzig zu nennenden Gebäude, welches sich mit einem großen, lockenden Schild über der Tür als Pet Shop outete - ein Hinweis, den die Saluki allerdings noch gar nicht wahrgenommen hatte. Seit sicherlich schon einer guten Viertelstunde klebte sie am Schaufenster wie mit Saugnäpfen und vermochte ihren Blick nicht loszureißen von all den übergroßen Pfoten, den riesigen dunklen Augen und den kleinen rosa Zungen, die an allem zu lecken und sabbern schienen, das sie erreichen konnten. Bestimmt schmeckte das meiste davon nicht einmal, aber die Welpen, neugierig auf ihre Umgebung, bremste der seltsame Geschmack nicht-fressbarer Objekte selten. Vielmehr versuchten sie noch tappsig und mit kaum einer Spur Gleichgewichtssinn aufeinander zu klettern, um mehr von der Welt wahrzunehmen als die aus Metall und Glas bestehende Käfigkonstruktion, die allerdings mit flauschigen Kissen und Tüchern ausgelegt worden war, um blaue Flecken zu vermeiden. Dass sich eher früher denn später sicherlich gelbe Flecken auf den bunten Stoffen ausbreiten würden, war der Besitzer des Shops wohl gewillt zu akzeptieren, wusste er doch über die unwiderstehliche Wirkung einer Rasselbande Welpen auf eine Einkaufsstraße. Und tatsächlich waren einige Kinder auch höheren Alters entweder nach langgezogenen, hohen Lauten der Glückseligkeit in den Laden gestürmt oder von ihren Eltern schimpfend und mit Gewalt weggezerrt worden, oftmals wild und schreiend protestierend.
 
Rita indes wurde von niemandem in ihrer stummen, fast unbewegten Beobachtung der nur als süß zu bezeichnenden Hundekinder gestört, die sie mehr zu fesseln schienen, als ihre geliebten Horrorfilm-Klassiker und sämtliche attraktiven Rüden zusammen genommen. Schließlich wanderte sie wie in Trance und kaum in der Lage, ihre Aufmerksamkeit für einen längeren Moment von den Welpen zu lösen, durch die Eingangstür, die sie mit einem fröhlichen Bimmeln begrüßte. Ebenfalls begrüßte sie ein großer, heller Raum angefüllt mit Jaulen, Kläffen, Wimmern und Bellen, was ihr mit einem Schlag verdeutlichte, dass die fünf süßen Racker im Schaufenster keineswegs den gesamten Vorrat an jungen Vierbeinern darstellten, welche der Pet Shop an den Besitzer bringen wollte. Getrennt nach Rasse und Alter existierten mehrere hinter einen knappen Meter hohen Glaswänden gehaltene Rudel, die meisten mit menschlichen Besuchern und einem höflichen Verkäufer versehen, der den potentiellen Hundebesitzern Vor- und Nachteile der jeweiligen Vierbeiner-Art ausführlich erklärte. Dies hier war kein billiger, schmaler Ramschladen, wie die New Yorkerin nach einem ausgiebigeren Rundblick schnell erkannte. Die Kundschaft wirkte abgeleitet von ihrem Kleidungsstil als wäre sie durchaus in der Lage, sich zehn Georgettes zu leisten und auch allen ein hübsches, brillantenbesetztes Halsband aus dem Leder eines eigentlich ausgestorbenen Tiers zu kaufen. Einige waren mit ihren Zöglingen angerückt, andere ältere Damen benötigten solcherlei Hilfe nicht, um die Verkäufer auf Trab zu halten. Zudem fiel Ritas Augenmerk auf elegante Hinweisschilder zu einer Futter- und Zubehörabteilung im zweiten Stock - aufgrund dessen sie sich zusammenreißen musste, um sich weder instinktiv die Lippen zu lecken noch einen Fluchtplan auszuarbeiten, um mit möglichst großer Beute an Fressbarem entkommen zu können. Fast ein ganzes Jahr befand sie sich nun bereits in dieser Menschengestalt und dennoch bekam sie einige alte Gewohnheiten nicht aus Knochen und Geist verbannt. Diese Tatsache besaß etwas ungemein Tröstliches.
 
Gemächlich schritt sie an den vielen kleinen Schnauzen vorbei und wünschte sich, den verfluchten Laden nicht betreten zu haben. Melancholie und Sehnsucht schlugen über ihr zusammen wie die schwarzen Wasser eines morastigen Sumpfes, der sie nach langer Zeit endlich in seine bodenlosen Tiefen hinabgezogen hatte. Und das, obwohl sie an einigen sonnigen Tagen bereits geglaubt hatte, diesem Zug in die Tiefe ein für alle Mal entkommen zu sein. Selbstbetrug war allerdings nur solange lustig, bis sie sich selbst dabei erwischte und die Rechnung dafür serviert bekam. Ein harter Griff schien sich um ihre Kehle gelegt zu haben wie ein zu enges Halsband - und keineswegs eines der steinchenverzierten maßgeschneiderten Kostbarkeiten wie im Stockwerk über ihr. Am Liebsten hätte sie auf der Stelle losgeheult wie die Gören vor der Tür, doch das wäre sinnlos wie lächerlich gewesen. Andererseits hatte sie all die Monate über hauptsächlich tough und stark auf nahezu alles reagiert, was ihr Prinzessinnen, neue Welt und Bekanntschaften aus allen erdenklichen Märchenbüchern auf den Pelz hetzen konnten. Da würde sie es sich wohl einmal erlauben dürfen, ihre Abwehrmechanismen ein klein wenig zu senken. Die Wahrscheinlichkeit, inmitten Londons Straßendschungel ein vertrautes Gesicht zu sehen, lag doch recht weit unten, auch wenn viele die Menschenstadt als persönlichen Spielplatz ansahen. Nun ja, es war zwar nicht New York - es war SOWAS von nicht New York! - aber immerhin glich der Palast hier weder einem stets von Gewittern umlagerten Horrorhaus wie in Fort Curst, noch einem himmelschreiend kitschigen Kinderbuchgemälde wie in Enchanted. Die Hauptstadt Englands wirkte erfrischend normal, weswegen Rita einen Großteil ihrer Zeit hier verbrachte. Besonders wenn es galt, über einige ihrer sogenannten 'Jobs' ein wenig Gras wachsen zu lassen. Nicht wenige davon fanden in Curst statt, denn auch ihre beiden Dobermann-Bekanntschaften konnten nicht überall zugleich sein. Und irgendwo musste man die Beute ja auch wieder verkaufen. London war für Deals dieser Art wesentlich besser geeignet als das Reich von einem Trupp Märchenköniginnen und deren Gemahle.

Noch ein wenig gedankenverloren beugte sich die Saluki über eine der Glaswände und angelte ein wirres Bündel Fell mit viel zu großen Pfoten heraus, das wohl einmal ein Gordon Setter werden wollte. Aktuell winselte es nur leise und versuchte zaghaft mit der Rute zu wedeln, als Rita es warm und schützend in die Arme nahm und an sich und die Lederjacke drückte, unter welche sie es am Liebsten versteckt und mit ihm davon gelaufen wäre. Der kleine Körper erbebte kurz, als ihre Finger begannen, das weiche, dunkle Fell zu streicheln, doch schon bald konnte sie die zunehmende Entspannung der Muskeln darunter spüren. Die junge Frau atmete stockend ein und lehnte die Wange vorsichtig an die flauschigen, langen Ohren, die Augen langsam schließend und sich mit dem Rücken gegen eine Wand lehnend. Hoffentlich fiel nicht gleich irgendein übereifriger Verkäufer über sie her. Man erwartete für gewöhnlich kein meditativ in sich gekehrtes Verhalten von Kunden in einem solchen, nicht gerade geräuscharmen Laden, aber vielleicht waren ihr doch ein paar ruhige und friedvolle Sekunden vergönnt.
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Roscoe
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   Sa 30 Aug 2014 - 23:01

Er hatte unbedingt raus gemusst. Fort Curst war auf Dauer gesehen nicht zu ertragen. Es war alles in Ordnung, solange er sich zusammen mit DeSoto um die Stadtwache kümmern konnte und hier und da einige Aufträge für Sykes erledigte. Doch dieses ganze magische Zeugs, diese ganzen ‚Oberbösen‘, die von Weltherrschaft oder ähnlichen Dingen sprachen ließen ihm immer wieder kalte Schauer den Rücken hinunter rennen. Er wollte nicht zimperlich wirken – war er schließlich auch nicht, Skrupel waren ihm schließlich auch recht fremd – aber das ging nun wirklich zu weit. Er drohte gerne und schreckte sicher nicht vor einem guten Kampf zurück. Ja, er fügte anderen ruhig auch mal Schmerzen zu, doch sicher nicht in dem Ausmaß, welche dort sicher irgendwann gefordert werden würden. Immerhin konnte er sich sicher sein, dass Sykes nie so etwas von ihm verlangen würde. Sein Herr hatte seine Prinzipien und solange das Geld reinkam war alles in Ordnung. Weltherrschaft wollte er sicher nicht.

Doch wie auch immer, der Dobermann hatte sich frei genommen. Oder anders gesagt, er hatte sich entschuldigen lassen und war nach London aufgebrochen. Nun, da er in der Hauptstadt Englands angekommen war, hatte er allerdings schon wieder leichte bedenken. Eventuell hätte er Sykes persönlich sagen sollen, dass er ein paar Tage weg sein würde. Ein leiser Seufzer verließe seine Kehle und wandelte die Luft vor seinem Mund in leichten Dampf. Es war gehörig kalt hier und er war nur froh, dass die Menschen entsprechend dicke Klamotten entwickelt hatten. Immerhin hatte er sich daran schon gewöhnt. Ja, sein Kleiderschrank hatte sogar schon ordentlich zugelegt. Zwar würden andere das immer noch als spärlich bezeichnen, doch ihm reichte es. Immerhin gab es Waschmaschinen, da brauchte man keinen Kleiderschrank, der aus allen Nähten platzte.

Sein Blick glitt die Straße hinunter und blieb an einem Schaufenster hängen, in welchem vier kleine Welpen zu sehen war. Kurz blieb er stehen – wieso wusste er eigentlich auch nicht und nein, nachdenken wollte über den Grund auch nicht – und sah auf die Kleinen hinab. Viel zu große Pfoten für den Rest des Körpers versuchten sie tapsig den Käfig vollständig zu erkunden. Kurz presste er die Kiefer aufeinander und wollte schon weitergehen, als sein Blick etwas wesentlich interessanteres entdeckte. Oder sollte er sagen jemand interessanteres? Roscoe trat einen Schritt näher an das Fenster heran, lehnte sich weiter vor, um sich ganz sicher zu sein. Kein Zweifel, in dem Laden dort sah er Rita, welche gerade einen Welpen auf den Arm nahm. Reflexartig trat er zur Eingangstür, stoppte jedoch noch einmal und drehte sich wieder halb um. Irrsinn! Er war doch kein Welpe mehr. Außerdem wollte er wissen, wie es ihr ging.

Er atmete noch einmal tief ein – nein, nicht um sich selbst damit zu beruhigen, das wäre ja völliger Quatsch – und betrat anschließend die Tierhandlung. Langsam ging er zu der Saluki rüber, welche in ihren Armen einen kleinen Gordon Setter hielt, welchen sie an ihre Wange drückte, die Augen geschlossen. Einen Moment lang stand der Dobermann einfach nur da, beobachtete sie und glaubte, dass sein Herz einen kleinen Sprung machte. Schließlich räusperte er sich leise, er wollte Rita nicht erschrecken – wobei sie wahrscheinlich so oder so über seine Anwesenheit hier überrascht sein würde. „Rita?“, begann er leise und unterdrückte den Wunsch, seine Finger an ihrer Wange entlang gleiten zu lassen. „Wie geht es dir?“ Oh, was ein genialer Anfang. Herzlichen Glückwunsch. Ging es noch banaler? Er könnte sich selbst ohrfeigen. Doch ganz ehrlich, ihm viel gerade nichts Besseres ein. Würde er gerade einfach das tun, was sein erster Reflex war, so würde er sie einfach in die Arme nehmen, froh, dass es ihr gut ging. Allerdings war er sich beinahe sicher, dass Rita das eher weniger erfreulich finden würde.
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Rita
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   So 31 Aug 2014 - 13:52

Sie hätte definitiv an diesem Shop vorbeischlendern und sich statt dessen einen der unzähligen Touristenmagnete Londons anschauen sollen. Hatte so vor gefühlt langer, langer Zeit nicht ihr Plan gelautet? Ausnahmsweise einmal nicht auf die Suche nach Hehlern und Hinterzimmergeschäften gehen, wie bei all den vorherigen Besuchen zuvor, sondern tatsächlich mit eigenen Augen sehen, wovon Fernsehen und Geschichten vollgestopft waren? Vielleicht handelte es sich auch schlicht um zu viel Historie für ein Wesen, das eigentlich gerade mal drei Jahre alt war und ein eher gemäßigtes Interesse an der Kultur einer fremden Spezies mit sich brachte. Das Wachsfigurenkabinett, von dem einer ihrer zahlreich gesammelten Flyer schwärmerisch gesprochen hatte, zupfte da noch am Stärksten an ihrer Aufmerksamkeit. Allerdings grenzten die Eintrittspreise an unverschämtem Diebstahl bei vollem Bewusstsein des Opfers. Hätte sich ihr Einkommen lediglich aus harter, langweiliger Arbeit zusammengesetzt, wäre nicht ein Haar ihrer langen dunklen Mähne im Wachsfigurenkabinett zu sehen gewesen.

Aber was waren schon ein paar leblose, von Kunstblut bedeckte, übergroße Kerzen verglichen mit diesem weichen, warmen Fell, gegen das selbst ihr Haar unmöglich bestehen konnte? Und wie gut der Kleine roch! Am Liebsten hätte sie ihn auf der Stelle abgeschleckt und dieser Gedanke kam ihr keineswegs nur metaphorisch. Ihre Zungenspitze befand sich im fast schon schmerzhaften Griff ihrer Zähne, um ihre eigene, immer noch verflucht hündische Natur zu unterdrücken, solange Überwachungskameras auf sie gerichtet waren. Wahrscheinlich hätte man ihr lebenslanges Hausverbot aufgebrummt, eine Geldstrafe gefordert und sie wegen vieler typisch menschlicher Gründe angezeigt. Spätestens bei der Überprüfung ihrer Personalien wäre die Angelegenheit richtig unangenehm geworden, ganz davon zu schweigen, dass sie keineswegs eine Akte von sich inmitten ihres Haupt-Umschlagplatzes gebrauchen konnte. Dennoch... es war schwer mit diesem leise um Zuneigung bettelnden Würmchen auf dem Arm vernünftig zu bleiben. Sie wollte ihn hier heraus holen, sie wollte jeden einzelnen der Welpen zu sich nehmen und nicht länger der Unfähigkeit und teilweise schon ätzenden Dämlichkeit der Menschen ausgeliefert wissen. Die Fragen, welche sie aus dem Stimmengewirr um sie herum herauszufiltern vermochte, ließen eine wütende Falte zwischen ihren zuvor noch sehr entspannten Augenbrauen entstehen. Die Leute hier besaßen einfach keine Ahnung von Hunden. Vielleicht bemühten sich einige von ihnen sogar - eine Zeitlang zumindest, aber auf lange Sicht wollten sie nur Spielzeuge, Modeaccessoires, Prestigeobjekte, Wachsoldaten, Sportgeräte oder einfach Zuchtinstrumente. Es war widerlich.

Rita spürte ein gewisses Kribbeln in der Nackengegend, was jedoch mit keinerlei großem Überraschungsgefühl einher ging. Irgendwer schien auf sie aufmerksam geworden zu sein und beobachtete sie. Dem kühlen Luftzug wenige Augenblicke zuvor nach zu schließen hatte sich ein neuer Interessent im Shop eingefunden und da sie sich in der Nähe des Eingangs befand - dummer Anfängerfehler - konnte man kaum anders, als über sie zu stolpern. Allerdings war es schwer, sich über die Menschen, sich selbst und einen unbekannten Beobachter zu ärgern, wenn eine feuchte kleine Zunge einem ausgelassen das Ohr abzuschlecken begann und sich kurz darauf in den langen, fließenden Falten des Schals verbiss, angriffslustig knurrend. Die Saluki musste trotz aller trüben Gedanken grinsen, insbesondere, als sie kurz darauf im Versuch sich zu befreien einen Finger in die Schnauze des Kleinen steckte und merkte, dass der Winzling kaum einen Zahn sein Eigen nennen konnte. Was ihn nicht davon abhielt, wie ein Profi auf ihrer Hand herum zu kauen.

Rita?
Sie musste gar nicht erst den Blick von weichem Fell und glänzenden Augen heben um die Stimme einem Gesicht zuordnen zu können. Dass er sie ausgerechnet hier und jetzt aufgestöbert hatte stellte einen dermaßen unmöglichen Zufall dar, dass sie, wäre dies in einem Kinofilm passiert, frustriert ihren Popcornbecher gegen die Leinwand geworfen hätte. Zumal sich ungewollt die Frage aufdrängte, ob dies eine dieser angeblich schicksalhaften Begegnungen darstellen sollte, welche man, solange man nicht involviert war, als lächerlich und absolut schwachsinnig abgewunken hätte. Die Dunkelhaarige spürte, wie sich ihre zuvor noch so entspannten Muskeln endgültig zurück in sprungbereite Lauerstellung begaben, in der sie sich mit einem Funken Paranoia versehen schon seit Monaten fast dauerhaft befanden. Auch ihr Herzschlag nahm an Geschwindigkeit und Härte zu, als würde er sicherheitshalber schon einmal einen Schuss Adrenalin durch ihre Blutbahn pumpen wollen. Das fiese Gefühl von freiem Fall in ihrer Magengegend beseitigte dann auch den Rest von wohliger Stimmung und ließ sie schicksalsergeben lautlos seufzend die Augen aufschlagen.

Wie geht es dir?
Dies klang wiederum so unerwartet höflich und normal und falsch, dass Rita den Kopf fragend zur Seite neigen musste, sehr zur Freude eines fiepsenden Welpen, der mit plüschigen Pfoten nach ihn kitzelnden Haarsträhnen schlug. Herrje, dieser so fürchterlich gewöhnliche Satz passte nun wirklich nicht zu dem muskelbepackten Hünen mit beinahe kahlgeschorenen Kopf, der vor ihr aufragte, die Lippen gezeichnet vom Londoner Frost. Sie musterte ihn mit kritisch, wenngleich nicht sofort ablehnend geschmälerten Augen, ehe ihr Blick neuerlich den Welpen fand und sie ihm einen leichten Kuss auf den felligen Kopf drückte.
"Die Kälte nervt mich," raunte sie kurz angebunden mit üblicher dunkler Stimme zurück, die nur eine Spur rauer klang als gewöhnlich. Wenn er Smalltalk wollte, konnte er ihn bekommen. Ruhig korrigierte sie den Griff um den Welpen, dessen immerwährendes Strampeln sich nicht mit der Glätte ihrer Jacke vertrug. Kurzerhand nahm sie eine Planänderung vor.
"Nimm ihn mal eben." Ohne auf ein verbales Einverständnis zu warten übergab sie das freudig glucksende Hundebaby Roscoe und nahm sich nur einige Augenblicke Zeit, um das Bild des hochgewachsenen Mannes in Zusammenhang mit dem spielfreudigen Fellbündel in sich aufzunehmen und dabei nicht zu lächeln. Dann öffnete sie begleitet von einem leise sirrenden Geräusch den Reißverschluss ihrer Jacke, entledigte sich dieser in raschen Bewegungen, ließ sie recht achtlos zu Boden fallen und nahm Ros den Kleinen wieder ab, ihn nun an den wesentlich weicheren Stoff ihres Pullovers schmiegend.
"Und wie geht es dir?" stellte sie die fürchterlich höfliche Gegenfrage, wobei ihre Aufmerksamkeit allerdings wieder ganz und gar auf dem Welpen ruhte, den sie nun wie ein richtiges Baby mit dem Bauch nach oben hielt und sanft streichelte.
"Hast du heute Nacht schon was vor?" folgte womöglich überraschend eine weitaus unerwartete Frage, die sie jedoch ebenfalls noch nicht bewog, den Blick zu heben.
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Roscoe
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   So 21 Sep 2014 - 15:13

Was zum Henker tat er hier überhaupt? Sicher würde Rita ihn nicht einmal mit dem Hintern angucken. Und dennoch, der Drang, zwischen ihnen alles wieder gerade zu biegen, war zu groß. Es war so einfach gewesen früher, als hätte sie einfach gewusst, was der andere dachte. Er hätte nie gedacht, dass er die Saluki je dermaßen vermissen würde. Zwar hatte Roscoe es niemandem – nicht einmal DeSoto – gesagt, doch er tat es. Er hatte sie schon vermisst, als sie damals das erste Mal aus seinem Leben getreten war. Er war unendlich erleichtert gewesen, als er sie wieder gesehen hatte und ärgerlich, dass sie sich auf verschiedenen Seiten gegenüber standen. Dennoch erleichtert, dass es ihr augenscheinlich gut ging. Dann, die Begegnung in Enchanted, war… intensiv gewesen. Hatte ihn vollkommen aus dem Konzept gebracht, obwohl die Erleichterung wieder ein großer Bestandteil seiner damaligen Gefühlslage gewesen war. Genauso wie Unsicherheit, was er eher weniger begrüßte. Und nun freute er sich beinahe unbändig, sie wieder zu sehen. Am liebsten hätte er sie direkt in die Arme geschlossen, doch krampfhaft hielt er diesen Drang zurück. Zwar wollte er es nicht wahrhaben, doch sein altes Leben war ihm wesentlich lieber gewesen. In Fort Curst konnte er sich nicht wirklich heimisch fühlen. Natürlich hatte er Aufgaben und auch eine Verantwortung wegen der Stadtwache, die er aufgebaut hatte. Doch Sykes hatte sich verändert, war nicht mehr der, der er mal gewesen war. Statt die Befehle zu geben gab er nur die weiter, die von oben kamen.
Der Dobermann wusste nicht, ob es auch daran lag, dass er sich so dermaßen freute, Rita so plötzlich zu sehen. Wahrscheinlich. Jetzt konnte er nur hoffen, dass sie ihm nicht gleich ins Gesicht sprang.

Zumindest schien er sie erfolgreich überrascht zu sein. Rita legte nach seinen Worten, welche auch in seinen Ohren irgendwie komisch klangen, den Kopf etwas schief. Der kleine Welpe auf ihrem Arm ergriff direkt die Chance, um einige Strähnen von Ritas Haaren zu fangen. “Die Kälte nervt mich.“ Etwas irritiert zog er die Augenbrauen zusammen, ehe seine Gesichtszüge sich wieder glätteten und er nickte. Er hatte eigentlich nicht erwartet, dass sie einfach auf die eher rhetorisch gestellte Frage antwortete, doch es war gut, dass sie überhaupt antwortete. Besser, als wenn sie einfach umdrehen und weg gehen würde. Oder ihn anschreien. Nein, das Anschreien wäre sogar noch besser gewesen als das Weggehen. Dann würde sie wenigstens ebenfalls etwas sagen. So jedoch war wohl die beste Alternative. „Der Frühling lässt wohl noch etwas auf sich warten“, meinte er, nur um das Gespräch nicht gleich wieder sterben zu lassen. Das Wetter war ihm scheißegal, aber besser sie unterhielten sich darüber, als … nun.. gar nicht.

Ehe er sich versah hatte er wenige Augenblicke später einen kleinen, zappelnden und – auch wenn er es offen nie zugeben würde – überaus süßen – kleinen Hund in seinen Armen, der ihn direkt mit feuchter Zunge begrüßte. Der Kleine war so zierlich, das Roscoe schon beinahe Angst hatte, ihn zu fest zu halten. Etwas unsicher stand er also da in der Hoffnung, das kleine Fellbündel nicht versehentlich in der Mitte durch zu brechen, bis Rita sich ihrer Jacke entledigt hatte und ihm den Kleinen wieder abnahm, was den Dobermann tatsächlich etwas erleichterte. Kinder waren noch nie etwas gewesen, womit er sonderlich gut umgehen konnte. „Mir geht es… ganz gut.“ Wirklich überzeugend war diese Antwort wohl nicht, sogar er selbst glaubte es nicht. Doch weshalb sollte er Rita seine Probleme vorheulen? Er brauchte kein Mitleid und keine besorgten Blicke und noch weniger brauchte er eine Hündin, die das alles lächerlich finden würde. Denn seine Probleme waren lächerlich, sicher nur Einbildung. Als würde ein Hund wie er Heimweh haben können! Das war wirklich äußerst unglaubwürdig und vor allem kindisch.

Die nächste Frage ließ ihn überrascht den Kopf etwas schief legen. „Äh…“ Wirklich eine tolle Leistung, großer Dobermann. Ein ‚Äh‘ war die einfallsreichste Antwort aller Zeiten! „Nein, noch nicht“, antwortete er schließlich, noch immer etwas überrascht, gleichzeitig jedoch auch neugierig und erfreut. Denn das war doch sicher ebenfalls die Frage gewesen, ob sie dann zusammen etwas unternehmen könnten. „Wir könnten zusammen etwas unternehmen“, meinte er dann noch, um sicher zu sein. Vielleicht verkohlte sie ihn gerade auch nur. Das war schließlich nicht auszuschließen.
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Rita
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   So 28 Sep 2014 - 21:07

Überraschte es ihn nun etwa, dass sie auf seine lahme Smalltalk-Frage tatsächlich ernsthaft einging? Rita fiel es schwer, keinen kommentierenden und schwerlich positiv zu deutenden Laut von sich zu geben, doch war es nicht sonderlich verzwickt zu erahnen, was sich gerade Turbulentes im Inneren des menschlichen Dobermanns abspielte. Sie waren nach ihrer letzten Begegnung nicht gerade mit klar gezogenen Grenzen auseinander gegangen. Ebenso wenig mit einem frisch gedruckten und von beiden Parteien unterzeichneten Vertrag, was die Regelung der Verhaltensweisen bei zukünftigen Treffen anbelangte - zumal diese Treffen in sehr unterschiedlichen und nun wirklich nicht komplett freundlichen Zusammenhängen erfolgen konnten. Es wäre eine blanke und nicht sehr gut verborgene Lüge gewesen zu behaupten, dass die Gedanken der Saluki in den vergangenen Monaten höchstens ein paar Mal zu Sykes' treuen Begleitern und besonders dem Bruder, der ihr hier gerade von einem wahnsinnigen Zufall gelenkt gegenüber stand, hinüber gewandert wären. In der Regel ungewollt und begleitet von einer wahren Lasershow an Gefühlen inklusive völlig irren Grübeleien, für die sich den Schädel am Liebsten an der nächsten Häuserwand angeschlagen hätte. Wahrscheinlich war sie deswegen so übermäßig oft bei den braven Bewohnern von Fort Curst eingestiegen, hätte man sich dort unvermittelt gegenüber gestanden, wären die Fronten wenigstens eindeutig gewesen. Kein emotionaler Misch-Masch, keine Zauberfesseln, zurück zum guten alten Weiß und Schwarz. Keine Was-wäre-wenn-Fantasien, die viel eher zu einer einjährigen, hoffnungslos naiven Hündin gepasst hätten als zu ihr. Weswegen die Geschichte wiederholen, die Toten auferwecken? Sich an ein Luftschloss klammern und einem Kampfhund etwas zugestehen wollen, das in Wahrheit schon längst mit Schlägen und Elektroschocks für alle Zeiten abgewöhnt worden war? Roscoe passte viel zu gut in das Bild eines Feindes, als dass man sich die Mühe machen sollte, ihn aus der Schablone herauszuhieven.

Und selbst wenn sein Verhalten bisweilen auf etwas anderes hindeutete hatte Rita irgendwo in einer dieser dunklen, schlaflosen Stunden zwischen drei und vier Uhr nachts beschlossen, ihn höchstens noch im besten Falle als einen guten Bekannten zu betrachten. Einen Rüden, wie es sie immer wieder gab; den man zwar nicht anfeinden musste, der aber auch keine Sonderbehandlung erhielt. Einen gnädigen Hauch über dem Durchschnitt schwebend. Alles oberflächlich, denn dies wäre dauerhaft betrachtet die für sie einfachste und gesündeste Vorgehensweise in ihrer viel zu komplizierten Situation. Die Welt, in der sie nun feststeckte, gestaltete sich bereits ausreichend fremd und verwirrend, dieses widerwärtige Gefühl wollte sie keinesfalls noch auf ihre abgeschiedene kleine Privatinsel hinüber befördern. Dass Ros trotz ihrer Einladung während des restlichen Herbstes und Winters kein einziges Mal bei ihr aufgetaucht war, schien diesem Plan einen dicken fetten Stempel der Akzeptanz aufgedrückt zu haben. Sie wäre eine Idiotin, ihm noch mehr Gelegenheiten zu geben, ihre Hoffnungen zu enttäuschen.
Natürlich gestaltete sich die Umsetzung dieses vernünftigen Abkommens mit sich selbst ein klein wenig schwieriger, wenn man diesen Riesen mit einem niedlichen Welpen im Arm betrachtete, doch Rita vermochte sich und ihre Instinkte wenigstens in diesem Punkt unter Kontrolle zu halten. Vielleicht wäre der Dobermann für die sich langsam in ihrem Geist kristallisierenden Absichten auch ganz brauchbar. 'Brauchbar', keineswegs 'zuverlässig' oder 'unabkömmlich'. Wenn er schon durch den Laden stromerte, ihr womöglich gar schon etwas länger gefolgt war, konnte man ihn schließlich auch einer nützlichen Tätigkeit zuführen. Dafür waren Typen wie er schließlich da.
Der unglaubwürdige Unterklang, welcher in der Antwort, es ginge ihm gut, für ein sensibles Gemüt wie Rita unüberhörbar mitschwang, hätte sie unter normalen Umständen zwar sogleich nachhaken lassen, doch auch in diesem Punkt riss sie sich zusammen und beließ es bei einem knappen Nicken, wenngleich das flüchtige Funkeln in ihren Augen womöglich auffallend war. Egal. Wenn er ihr etwas zu sagen hatte, das über den Tellerrand von stumpfem, unpersönlichem Bla-Bla hinausging, dann sollte er seine Zähne gefälligst selbständig auseinander bekommen. Sein Pfötchen tätscheln würde sie jedenfalls nicht. Es ging ihm dreckig in Fort Curst? Sykes konnte sein Arschloch-Naturell selbst vor ihm nicht länger verbergen? Na prima. Sie würde ihn nicht noch einmal anbetteln, sein Leben umzukrempeln und ihm ihre Unterstützung anbieten. Ihm und sogar seinem geifernden, verrückten Bruder. Diese Entscheidung musste er selbst fällen.

Wiederum beschränkte sie sich zunächst auf ein Nicken als Roscoe angab, eine unverplante Nacht vor sich liegen zu haben. Alle irritierten und womöglich sogar leidlich besorgten Gefühle und Gedanken scheuchte sie hinfort wie einen lästigen Mückenschwarm. Natürlich war es ein wenig seltsam, den stets pflichtbewussten und treuen Dobermann mit etwas wie Urlaub und einsamem Herumstreunern durch eine fremde Stadt zu verbinden, so ohne Herrchen und Brüderchen. Doch was ging sie das an? Rein gar nichts. Er stünde ihr zur Verfügung und alles, was sie jetzt noch benötigte, wäre ein bisschen charmante Überredungskunst. Ein Welpenspiel wenn sie es clever anstellte, die richtigen Knöpfe drückte und er immer noch ein klein wenig scharf auf sie war. Inzwischen kannte sie sich in diesem Teil Londons ausreichend aus, um seinem Wutgeheul entwischen zu können, sollte sich der Wind tatsächlich ungünstig drehen oder sich gar in einen Sturm verwandeln. Was konnte er schon machen, sie etwa doch in ihrer Wohnung aufsuchen? Tze, wahrscheinlich hatte er längst vergessen, wo sich diese in Enchanted überhaupt befand. Zumal sich das Städtchen der so genannten 'Guten' dank Magie und Märchenirrsinn ohnehin nahezu täglich veränderte und immerfort wandelte, so dass selbst sie mit ihrem trainierten Orientierungssinn bisweilen ihr Bike anhalten und die Umgebung nach Anhaltspunkten absuchen musste.

„Ich fände es toll, wenn wir etwas zusammen unternehmen könnten“, nahm sie ihrer Art etwas an Frost und Distanz und bewegte sich sogar demonstrativ noch einen Schritt auf den Hünen zu, auf welchen sich bereits der ein oder andere misstrauische Verkäuferblick gelegt hatte, bloß um sicherheitshalber gleich darauf eilig in eine ganz andere Richtung zu starren. Eine eigentlich unnötige Reflexhandlung, denn die Saluki tat gerade ihr Möglichstes, um das Augenmerk des vermeintlich zwielichtigen Besuchers ganz und gar auf das Goldbraun ihrer Iriden zu konzentrieren und ihn an etwas wie Personal gar nicht erst denken zu lassen. Hätte ein in diesem Pet Shop arbeitendes Ohr allerdings vernommen, was nun leise und weich gesprochen wie zartschmelzende Karamell-Schokolade über ihre Lippen tropfte, so wäre die kurzfristige Erleichterung wohl in alle Himmelsrichtungen zerstoben.
„Ich will alle diese Welpen stehlen“, wisperte die New Yorkerin zu ihrem frischgebackenen Komplizen empor, nun so nah vor ihm stehend, dass das kleine Fellbündel in ihren Armen mit beiden übergroßen Pfoten gegen die muskelharte Brust des Mannes trommeln und mit den kaum vorhandenen Zähnchen nach seinen Mantelknöpfen schnappen konnte.
„Es regt mich auf, wie diese hirnlosen Menschen über sie sprechen und ich kann es nicht ertragen, mir die Zukunft der Kleinen auszumalen. Stattdessen bringe ich sie lieber nach Enchanted und geb' sie den Prinzessinnen und all ihren kleinen Freundinnen, da kann ich wenigstens ein Auge darauf haben. Aber hier bleiben sie keinen Tag länger.“

Ihre Worte und vor allem deren in einem Disney-Film durchaus erfolgreich umsetzbarer Inhalt wiesen eigentlich nicht wirklich Flirt-Potential auf, doch gemessen an dem sanften Raunen in ihrem Tonfall hätte man glauben mögen, sie schnurre ihrem Gegenüber gerade die verführerischsten Versprechen entgegen – begleitet vom freudigen, feuchten Fiepsen eines munteren Hundebabys. In dieser Situation nicht blitzschnell in Deckung gehen und die inneren Schilde hochfahren zu können endete mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer vollständigen, katastrophalen Niederlage.
Erst recht, weil Rita nun offensichtlich beschlossen hatte, zum imaginären Todesstoß anzusetzen. Da der Welpe zwischen ihnen mittlerweile von zwei Körpern ausreichend Halt fand, um ihn nur noch mit einer Hand stützen zu müssen, hob die Saluki die Linke zu Ros' Nacken und legte die Fingerspitzen nach dem vielleicht nur erahnten Ansatz einer Kraulbewegung gegen die warme Haut des Mannes, ein heftiger Gegensatz zu der Eislandschaft, die gerade ihr Inneres zu erobern schien. Sie richtete den Blick auf einen Punkt über seiner Schulter und reckte den Kopf leicht, als wolle sie ihm den Rest der plötzlich überraschend ernst klingenden Botschaft vertraulich ins Ohr flüstern.
„Du wirst mich und die Kleinen nicht im Stich lassen... oder?“
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   Do 16 Okt 2014 - 10:29

Die Sicherheit, dass er gerade das Beste aus dieser Situation machte, war mehr oder weniger gar nicht vorhanden. Natürlich wäre es am Einfachsten gewesen, wenn er einfach an dem Laden vorbei gelaufen wäre. Wenn er dieser Begegnung aus dem Weg gegangen wäre. Einfach so getan hätte, als hätte er die Saluki nicht gesehen. Für den Moment wäre es mit absoluter Sicherheit das einfachste gewesen. Doch auf Dauer hätte ihn das wohl auch schlaflose Nächte mit der Frage ‚Was wäre wenn?‘ eingebracht. Was wäre, wenn er sie angesprochen hätte? Wären sie sich an die Kehle gegangen, hätten sich gestritten und wären im Zorn wieder ihrer eigenen Wege gegangen? Oder hätten sie es tatsächlich geschafft ihre Differenzen nieder zu legen, von vorne anzufangen oder zumindest einiges des Vergangenen auf sich beruhen zu lassen? Ja, diese Fragen hätten ihn beschäftigt, ihn ruhelos gelassen. So gesehen hatte er das richtige getan, als er den Laden betreten und Rita angesprochen hatte. Nur dass die Selbstsicherheit, die er normalerweise an den Tag legte, wenn er etwas seiner Meinung nach richtiges tat, noch nicht aufgetaucht war. Stattdessen fühlte er sich wie ein junger Hund, unerfahren und hilflos.
Zudem kam das kleine, doch penetrant anklopfende schlechte Gewissen, einhergehend mit dem Gedanken, dass er ihre Einladung nicht angenommen hatte. Er hätte zu ihr kommen können, sie hatte es ihm angeboten. Hin und wieder, für einige Augenblicke hatte er in den vergangenen Monaten tatsächlich daran gedacht, das Angebot anzunehmen. Seine Koffer zu packen und zu ihr zu gehen. Am besten mit DeSoto im Schlepptau, ob der nun wollte oder nicht. Doch dann waren seine Gedanken wieder zu Sykes geglitten, daran, wie enttäuscht sein Herr sein würde. Wie wütend. Und somit war der Gedanke sozusagen im Keim wieder erstickt worden. Er konnte Sykes nicht verlassen. Und er verstand einfach nicht, wieso Rita das nicht einsehen konnte.

Doch jetzt im Moment wollte er nicht über derart grundlegende Dinge nachdenken. Wesentlich wichtiger erschien dem Dobermann gerade, dass sie sich verstanden. Dass sie miteinander reden konnte, ohne die Worte des anderen falsch zu interpretieren oder einen versteckten Angriff zu erwarten. So versuchte er auch sein leichtes Misstrauen direkt zu untergraben, als Rita meinte, dass sie es toll finden würde, wenn sie etwas zusammen unternehmen könnten. Zum einen löste es in seinem Bauch einen wahren Schmetterlingsschwarm aus, mit welchem er absolut nicht gerechnet hatte. Gefühle, die ein junger Hund, gerade dem Welpenalter entwachsen, haben sollte. Doch sicher kein gut ausgebildeter Wachhund. Gleichzeitig war er nicht ganz sicher, ob sie es ernst meinte. Ob sie nicht gleich loslachen, ihm sagen würde, sie habe ihn nur aufziehen wollen. So schätzte er Rita nicht ein, dafür hatte sie bei ihm ein viel zu positives Bild hinterlassen, doch die kleine, unbegründete Angst war dennoch da.
Die Saluki trat etwas näher zu ihm und in ihrem Blick lag etwas, was die frostige Kälte des draußen herrschenden Februars wegwischte und Wärme in ihm aufsteigen ließ. “Ich will alle diese Welpen stehlen.“ Nur langsam sickerten die Worte tatsächlich in sein Bewusstsein. Vielmehr war er noch damit beschäftigt gewesen einfach nur ihrer Stimme zu lauschen, während ihre Augen ihn zu hypnotisieren schienen. Erst einige Augenblicke später zog er seine Augenbrauen zusammen und senkte langsam den Kopf in Richtung des Welpen, welcher seine Mantelknöpfe als lustige Abwechslung zu empfinden schien. Ehrlich gesagt war Roscoe sich nicht sicher, ob sie es bei besagten Prinzessinnen wirklich besser hätten. Sicher würden sie mit den armen Kleinen komische Dinge machen. Sie anziehen und Schleifchen ins Fell binden. Gerade schon wollte er vorschlagen, dass man sie besser zu Sykes bringen könnte, konnte sich aber gerade noch zurück halten. Das wäre sicher der letzte Vorschlag, den Rita hören wollte.

Sein Blick wanderte wieder zu den braunen Augen der Saluki, während ihm klar wurde, dass er nicht einmal in Betracht gezogen hatte, bei der Aktion nicht mit zumachen. Natürlich war es falsch hier einzubrechen, doch war er Rita nicht etwas schuldig? Dafür, dass er sich nicht gemeldet hatte, nicht einmal um zu sagen, dass er das Angebot nicht annehmen würde? Sollte er nicht…?
Ruckartig kamen seine kompletten Gedanken zum Erliegen, als er die sanfte Berührung von Ritas Fingerspitzen in seinem Nacken spürte. Ihre Worte, welche beinahe wie eine Drohung in seinen Ohren klangen, ließen den zuvor noch angenehm warmen Schauer erkalten. Der Dobermann presste seine Kiefer zusammen, versuchte wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Seine rechte Hand umfasste Ritas Linke und zog sie von seinem Nacken weg, um sie davon abzuhalten, ihn durch die Berührungen nur weiter in diesem diffusen Zustand zu halten. Sein Blick suchte wieder den ihren und in seinen Augen war eine gewisse Härte zu erkennen. Es war ihm durchaus bewusst – wenn auch erst seit einigen Augenblicken – was sie gerade getan hatte. Noch mehr ärgerte es ihn jedoch, dass er wie ein Welpe einfach hineingetappt war, sich nichts dabei gedacht hatte und nichts bemerkt hatte. „Natürlich helfe ich dir.“ Seine Stimme war kalt, ärgerlich. „Eine einfache Frage hätte gereicht.“

Er ließ ihre Hand wieder los, als er den alarmierten Blick eines Angestellten bemerkte und auch seine Gesichtszüge entspannten sich wieder etwas. „Und was ist dein Plan?“ Seine Stimme war leise, während er sich etwas zu Rita hinunter beugte. „Oder hast du die Entscheidung gerade erst getroffen?“ Er schätzte, dass letzteres der Fall war. Dass das süße Fellbündel in ihren Armen sie dazu verleitet hatte. Doch ein derartiges Unternehmen würde nicht so einfach sein. Sie brauchten mindestens einen Kleintransporter, um die ganzen Welpen samt Käfigen unterzubringen. Und Käfige wären sicher einfacher, als sie alle einzeln ins Auto zu packen. Und sicherer, auch für die Kleinen. „Wir sollten uns ein ruhiges Plätzchen suchen und das besprechen.“ Jetzt und hier einen eher schlechten Plan auszuhecken hatte sicher weniger als gar keinen Sinn.
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   Sa 18 Okt 2014 - 12:06

Jene letzte Frage, welche gar keine war, hätte sie sich gewiss besser sparen sollen. Sie wirkte dem entgegen, was sie eigentlich erreichen wollte, provozierte etwas, das sie zum Wohle der Welpen besser ruhig und friedlich hätte schlafen lassen sollen. Dummerweise waren ihr die Worte über die Zunge geschlüpft, bevor sie auch nur einen Augenblick sorgfältig darüber nachdenken konnte und zerrten die Vergangenheit wieder einmal in die Gegenwart. Zerstörten genau das, was sie zuvor noch so sorgsam hatte heraufbeschwören wollen: ihr Bild von Roscoe als einen ganz normalen Typen, den sie ohne auch nur einen Anflug schlechten Gewissens für ihre Zwecke einspannen konnte, weil es Arschlöcher wie er nicht anders verdienten. Eine fantastische Leistung, sie durfte sich wirklich gratulieren, immerhin hatte sie ihren Plan kompromisslos und eiskalt für mindestens drei Minuten durchgezogen. Und Ros war auch lange nicht so dämlich, die nun wirklich überpräsente Spitze vernebelt von ihrer Nähe zu übersehen und sich weiterhin blind in den Hinterhalt locken zu lassen. Nein, sicher nicht Roscoe. Sein simpler gestrickter Bruder vielleicht, wenn man ihm den richtigen Köder vor die witternde Nase geworfen hätte. 'Des', wie man Desoto nennen konnte, wenn man sich selbstmörderischer Tendenzen rühmte (oder noch sehr sehr jung und naiv gewesen war), ließ sich deutlich schneller von seinen Instinkten beherrschen als der Rüde in Menschenform, der ihr nun gegenüberstand und dessen Blick mit jeder Sekunde mehr die Qualitäten eines Steins aufwies - hart und kalt. Was im Endeffekt derzeit recht genau auch Ritas Gefühlswelt entsprach, obgleich sie bezweifelte, dass er zusätzlich zu der Wut auf sie noch einen ebenso großen, wenn nicht gar gewaltigeren, Ärger auf sich selbst verspürte.

Diebisches Geschick stellte nun wirklich etwas anderes dar. Bloß frustrierte es sie halb verborgen in ihrem Inneren nicht weniger, dass sie es überhaupt versucht hatte. TIefer mochte sie gar nicht mehr in ihrer kontroversen Gefühlswelt graben, sonst wäre ihr womöglich noch heftiges Bedauern darüber begegnet, dass sie Ros' vordem tatsächlich beinahe liebevollem Blick quasi einen vergifteten Dolch in den Rücken gerammt hatte und ihr dieser so bald wahrscheinlich nicht mehr begegnen würde. Was ihr im Grunde ohnehin fürchterlich einerlei sein konnte, sie war nicht auf nette Almosen von jemandem angewiesen, der vor eine Entscheidung gestellt immer zu den irren Mördern und Hexen hielte, mit eingezogenem Schwanz und bedauerndem Schulterzucken. Als besäße er irgendein Recht, ihr gegenüber den Enttäuschten und Verletzten zu geben.
"Woher hätte ich das denn wissen sollen?", lautete deshalb ihre nicht minder frostige, durchaus sarkastische Antwort auf seine Bemerkung, dass eine einfache Frage dieses Mal gereicht hätte. Natürlich hätte sie eine größere Portion Gleichgültigkeit in ihrer Stimme bevorzugt, aber in Sachen Pokerface war er ihr schon immer meilenweit überlegen gewesen und es brächte ihr nichts, sich auch noch deswegen Vorwürfe zu machen. Zudem hatte sie für ihre Begriffe bereits überdeutlich ihre Gefühle vor ihm ausgebreitet und mit ein klein wenig Kenntnis ihrer selbst würde er  1 und 1 addieren und sich vorstellen können, wie es ihr die vergangenen Monate bei dem Gedanken an ihn gegangen war und was sie nun davon hielt, ihn so munter durch London spazieren zu sehen.

"Außerdem wusste ich ja nicht, ob du wirklich noch du bist und nicht irgendein magisch manipulierter Zombie." Diese Befürchtung klang leider mitnichten abenteuerlicher, als sie tatsächlich sein sollte. Und ihr war eine Menge Zeit geschenkt worden, um sich die wüstesten und blutigsten Strafszenerien auszumalen, die Roscoe in heimischen Gefilden für sein Versagen in der Halloweennacht erwartet haben mochten. Allein die Erinnerung daran ließ sie seine rechte Hand, welche sich gerade von der ihren gelöst hatte, erneut ergreifen und so drehen, dass sie eventuell verbliebene Spuren von der Konfrontation mit Steinwänden erkennen konnte. Ja, sie hatte sich verdammte Sorgen gemacht. Ja, sie war hauptsächlich deswegen in den letzten Wochen vermehrt in Curst herumgestromert und hatte schließlich sogar irgendeinen traurigen Wicht, welcher sicherlich zu den Sidekicks einer weitaus größeren Präsenz gehörte, bestochen, damit er ihr Auskunft gab, ob die beiden Brüder überhaupt noch lebten. Ebenso gut hätte er ihr jedoch auch eine tumbe Lüge unterjubeln können und Restzweifel waren hartnäckig wie Spinnweben an ihr hängen geblieben. Curst würde fähige Kämpfer für ihre Seite gewiss nicht so einfach töten. Die Hexen besaßen andere Möglichkeiten. Verflucht, hatte sie früher ihr Leben tatsächlich als kompliziert betrachtet?

Sie ließ seine Hand los, nicht zuletzt, weil der Kleine auf ihrem Arm zunehmend unruhiger wurde und sie die Augenblicke, welche es brauchte, um ihn wieder zu seinen Geschwistern hinter die Glaswand zu setzen, dringend nötig hatte. So schwer es ihr auch fiel, ihn gehen zu lassen. Noch auf dem schmalen Metallgeländer abgestützt, welches das kleine Gehege umfasste, ruhte ihr Blick auf den tollenden Wildfängen bis sie befürchten musste, dass die aufsteigende Melancholie sie für den Rest des Tages heimsuchen würde. Sie hoffte, dass nichts davon in ihren nun beinahe nachtschwarz schimmernden Augen zu lesen war, als sie sich wiederum Ros zuwandte, welcher nach wie vor irritierend nahe bei ihr stand und damit wohl jedem ahnungslosen Zeugen offenbarte, dass sie entweder etwas ausheckten oder kurz vor einem bösen Streit standen. Sie vermochte sich des ahnungsvollen Gefühls nicht zu erwehren, dass irgendwie beides zutraf. Um wenigstens die Umgebung davon zu überzeugen, dass ihnen nichts ferner lag, als irgendwelche Scherereien zu machen und man sie nun wirklich nicht bitten musste, schnell und ruhig den Shop zu verlassen, betrachtete sie den hochgewachsenen Mann mit kritisch zur Seite geneigtem Kopf und vor der Brust verschränkten Armen, ehe sie schließlich die Handfläche sanft über seinen fast kahl geschorenen Kopf streichen ließ.

"Ich glaube, Baby, wenn wir wieder draußen sind sollten wir dir als Erstes eine Mütze kaufen." Ein kurzes Grinsen huschte über ihre Züge, was entschieden authentischer aussah als jedes Lächeln, das sie ihm bislang an diesem Tag geschenkt hatte. Es war weder professionell noch sonderlich erwachsen, aber die Aussicht, ausgerechnet mit Roscoe einen Diebescoup durchzuziehen, erfüllte sie mit Gefühlen, als hätte sie ein halbes Kilo Brausepulver auf einmal verschluckt. Erfahrung und Vernunft mochten sie warnen und verurteilen und konsequentes Verhalten stellte sicherlich etwas vollkommen anderes dar, aber es war schwer, hart und unnahbar zu bleiben wenn gleichzeitig ihre schlimmsten Befürchtungen zu Staub zerfielen und einer ihrer heimlichen, verrückten Wünsche erfüllt wurde. Erst recht in einem Laden voller fiepsender, kläffender, spielender Kinder. Und ja, verdammt, sie freute sich, dass er ihr wirklich und wahrhaftig helfen wollte, ohne Wenn und Aber, ohne auf die nicht vorhandene Uhr zu schauen und zu murmeln, dass er um 7 p.m. wieder daheim sein musste, um Herrchen die Pantoffeln zu bringen. Sie konnte nicht ganz verstehen, warum dies so war, hatte sich jedoch auch noch nicht dazu durchringen können, nachzufragen. Am Ende erfuhr sie wieder etwas, das sie nicht wissen wollte. Und wenn er es ihr aus freien Stücken erzählen wollte, würde er es schon machen.

Sie reckte sich auf die Zehenspitzen gestellt höher zu ihm empor und leckte ihm zärtlich über die Unterlippe um das zu imitieren, was die Menschen unter einem Kuss verstanden, versuchte jede sie durchflutende Wärme dabei zu ignorieren und raunte verborgen hinter Strähnen ihres eigenen Haares:
"Ich muss noch die Kameras finden", in der Hoffnung, dass diese Information für ein shopliftermäßig eher unbeschriebenes Blatt wie den Dobermann ausreichend wäre, um die notwendigen Schlußfolgerungen zu ziehen. Andererseits hatte er beim Eindringen in Enchanteds Märchenschloß bereits ganz erstaunliche kriminelle Qualitäten bewiesen für jemanden, der eigentlich auf eine unübersehbare Präsenz hin erzogen worden war. Wiederum rang sie mit einem viel zu glühenden, viel zu unvernünftigen Grinsen, während sie nach der eigenen Jacke auch seine Hand wiederum ergriff, um ihn mit sich tiefer in die Verkaufshallen zu ziehen.
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   So 5 Jul 2015 - 14:08

Sie hatte es geschafft, dass er wirklich geglaubt hatte, es wäre alles in Ordnung. Ihre Berührungen und ihre Nähe hatten seinen Verstand vernebelt. Rita hätte es geschafft, ihn in einen verliebten jungen Hund zu verwandeln, wenn sie nicht diesen einen, letzten Satz gesagt hätte. Die Worte holten ihn wieder in die Gegenwart zurück, ließen die warmen Gefühle in seinem Inneren verstummen. Es fühlte sich beinahe so an, als würde alles in ihm verhärten, als würden die von ihr gesprochenen Worte in seinem Mund einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Soweit waren sie nun gekommen? Dass sie sich gegenseitig durch solche… Spielereien nur noch weiter voneinander entfernten? Es traf ihn härter, als er wohl zugeben würde, doch den Schmerz ließ er nicht heraus, wandelte ihn um in Wut. In Wut auf Rita und ja, auch auf sich selbst.
Woher sie das hätte wissen sollen? Eine Antwort abwarten wäre ein guter Anfang gewesen. Er… Moment, wollte sie damit darauf anspielen, dass er sich nicht gemeldet hatte? Roscoe zog scharf den Atem ein. Er wusste, dass er einen Fehler gemacht hatte. Das hatte er die ganze Zeit gewusst. Einen Fehler, denn er durchaus hätte verhindern können. Wieso er das dann nicht getan hatte? Die Frage wollte er sich gar nicht erst beantworten. Er wusste die Antwort eigentlich, nur schimpfte er sich selbst nur ungern als Feigling. Nur leider schaffte die Saluki es immer und immer wieder, dass er sich hilflos und… verletzlich fühlte. Auf die Frage antwortete er nicht, schenkte ihr nur weiterhin einen kalten Blick in der Hoffnung, dass sie nicht erkennen würde, wie es in seinem Inneren aussah.

Dennoch zog er etwas irritiert die Augen zusammen, sah suchend in die dunklen Augen Ritas. Magisch manipulierter Zombie? Hatte sie sich Sorgen gemacht? Natürlich hatte sie das. Was für ein Idiot er doch gewesen war. An so etwas hatte er nicht gedacht, dass sie annehmen könnte, ihm würde etwas passieren. Der Blick des Dobermanns senkte sich, als sie nach seiner Hand griff, sie irgendwie prüfend ansah. Als er von der missglückten Mission wieder gekommen war hatte es gehörigen Anschiss von Sykes gegeben. Einige Tage in einer Zelle mit kaum etwas zu essen. Doch er hatte es verdient, er hatte seinen Herrn enttäuscht. Wahrscheinlich konnte er froh sein, dass Sykes ihn bestraft hatte und nicht eine der Hexen oder… anderen komischen Kreaturen. „Mir ist nichts passiert.“ Nicht wirklich zumindest. Roscoes Stimme war leise, sein Blick noch immer gesenkt, während er vergeblich nach der Wut suchte, die ihn eben noch ergriffen hatte. War es nicht seine Schuld gewesen? Hätte er sich bei ihr gemeldet, auch wenn es nur gewesen wäre um zu sagen, dass er das Angebot nicht annehmen würde oder könnte, so hätte sie sich keine Gedanken mehr machen müssen.

Sie ließ seine Hand wieder los, was ihn dazu veranlasste, den Blick wieder zu heben und Rita dabei zu beobachten, wie sie den unruhig werdenden Welpen wieder zu den anderen setzte. Rita wandte sich wieder zu ihm um, in ihrem Blick lag etwas, was er nicht wirklich deuten konnte. Und schon hatte er die Befürchtung, dass sich zwischen ihnen eine unangenehme Stille entwickeln würde. Das konnte er noch weniger haben, als wenn sie sich einfach stritten. So wollte er gerade den Mund aufmachen, um… nun, einfach irgendetwas zu sagen, als die Saluki ihre Hand hob und über seinen Kopf strich. Die Berührung war warm und sanft, ließ ihn abermals scharf einatmen und wieder entstand diese kindische Hoffnung in ihm, dass es zwischen ihnen doch irgendwann wieder funktionieren würde. Auf ihre Worte hin zuckte es dann sogar tatsächlich etwas amüsiert um seine Mundwinkel. „Wenn wir nicht erwischt werden.“ War er gerade wirklich dabei, das durchzuziehen? Und weshalb fühlte es sich so… richtig an? Nicht, die Sache an sich, er würde von sich aus nie Welpen entführen. Vielmehr war das Gefühl, es zusammen mit Rita zu tun irgendwie überwältigend.

Doch das Gefühl war kaum zu vergleichen mit dem, welches ihn ergriff, als sie sich ihm weiter näherte, ihre Zunge über seine Unterlippe leckte. Eher einem Reflex folgend öffnete er seine Lippen ein wenig, wollte nun seinerseits näher zu ihr kommen, hielt jedoch inne, als sie wieder sprach. Er musste sich tatsächlich zurückhalten, nicht direkt suchend den Blick wandern zu lassen. Wollte sie jetzt einfach so die Welpen entführen? „Was genau hast du vor?“ Immerhin hatte er derartiges noch nie getan, nicht einmal darüber nachgedacht. Es war ja auch nicht so, als würden sie einfach nur einen Hundeknochen klauen, den man in der Manteltasche verschwinden lassen konnte. Es ging hier um einige Welpen, welche nicht einfach mit ihnen raus rennen würden. Doch noch blieb sie ihm einer Antwort schuldig, stattdessen fühlte er sich von ihr weiter gezogen. Nach einem anfänglichen, kurzen Zögern ließ er es zu, wobei er aufmerksam die Umgebung im Blick behielt. Der Dobermann war immer noch dagegen, dass sie das jetzt gerade einfach so durchzogen. Obwohl er sich ebenfalls nicht ganz sicher war, ob sie das wirklich jetzt schon machen wollte. Oder wollte sie nur vorbereitend nach den Kameras suchen? Viel zu wenige Informationen und viel zu spontan für ihn. Und das ließ ihn in der unliebsamen Situation zurück, dass er derjenige sein würde, der tat, was sie ihm sagte. Andersherum würde er sich wesentlich wohler fühlen. Er hoffte nur, dass man ihm diese Unsicherheit nicht ansehen würde.
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   Mo 13 Jul 2015 - 17:15

"Du hast auch schon mal besser gelogen, Ros. Nein, warte, hast du nicht."
Als ob man seine Rückkehr nach einer gescheiterten Mission mit einem knappen Schulterzucken und einer müden Rüge hingenommen hätte. Sykes duldete bereits kein Versagen, schon bevor sein eigener fetter Schädel von einer Faust zerschmettert werden konnte, die über ihm schwebte und noch weitaus weniger Verständnis für 'kleine Rückschläge' und 'unerwartete Schwierigkeiten' besäße. Rita wusste nicht, welche Instanz in Curst für die Bestrafungen zuständig war und womöglich wurden diese auch nach wie vor individuell vollzogen, doch ein Ausbleiben sah dieses System ganz gewiss nicht vor. Natürlich entsprach der Dobermann vor ihr nicht dem Schlag Rüde, der unangenehme Erfahrungen der Öffentlichkeit kundtat, doch manchmal war es vorteilhaft, lieber in wenigen Worten die Wahrheit zu erfahren, als sich gedanklich die grauenhaftesten Szenen mit ihm in der Hauptrolle auszumalen. Selbstverständlich dachte er nicht bis zu diesem Punkt. Lieber ließ er sie mit ihrer Vorstellungskraft allein, als eine Schwäche einzugestehen. Vermutlich glaubte er tatsächlich, sie auf diese Art zu beschützen und ihr die Sorge um ihn zu nehmen. Wow, er musste sie wirklich für ungeheuer dämlich halten. Doch immerhin trieb er sie mit derart ignorantem Verhalten dazu, jegliches Bedauern für seine Seite hinunter zu schlucken und sich innerlich zu schwören, nie wieder die nächtlichen, einsamen Stunden mit Mitgefühl für seine Lage zu verschwenden. Schließlich war ja nichts passiert! Dass es ihm nicht einmal gelang, sie während dieser Aussage anzublicken, bildete nur noch die geschäumte Milch auf ihrem Cappuccino. Diese bescheuerten, altbackenden Macho-Attitüden!

Aber sie wollte sich nicht neuerlich ärgern über ihn und seinen Charakter, die Art, wie er sie behandelte, als wäre sie immer noch kaum dem Welpenalter entwachsen und nicht bereit für die harten Wahrheiten dieser Welt. Hier stand Wichtigeres auf dem Spiel als ihre Beziehung. Ihre nicht vorhandene Beziehung. Sie hatte ihm nun wirklich ausreichend viele Gelegenheiten geschenkt, war genügend Risiken eingegangen. Zweifellos nicht zuletzt, weil sie ihre Gang vermisste, dennoch, sie hatte sich weit für ihn aus dem Fenster gelehnt. Nun war es an ihm, zu geben.
"Was soll's, wahrscheinlich ist es dir verboten, darüber mit Außenstehenden zu sprechen. Nachher enthüllst du dem Feind noch wichtige Geheimnisse", setzte sie mit zynischem Halblächeln hinzu, das sich mit keinem Funken in ihren Augen spiegelte. Sie hätte schweigen sollen, schlussendlich erreichte sie nichts, außer seine Unterstützung beim Diebstahl der Welpen zu gefährden. Zu ihrem eigenen Bedauern fiel es ihr unendlich schwer, gerade bei Ros und solchen dummen, unnötigen Dingen zu lächeln, zu nicken, und das Gesprochene, so absurd es auch war, unkommentiert stehen zu lassen. Es reizte sie maßlos, auf solche Weise behandelt zu werden. Er kränkte sie und trieb sie dazu, sich wie eine hoffnungslos verschossene Idiotin zu fühlen, nur, weil sie ihm zu helfen versuchte. Ihm und sogar seinem geistesgestörten Bruder.

Den Zorn niederringend, welchen sie nicht zuletzt auf sich selbst verspürte, warf sie sich ihre Jacke über und versuchte, den köstlichen, an ihre Nase strömenden Duft von frischem Fleisch und Hundeleckerlis zu verdrängen, bevor sie ihren Kopf gierig in die Behälter steckte und des Ladens verwiesen wurde. Immerhin ihrer Selbstbeherrschung kam das dumpfe Grollen in ihrem Inneren zugute, so es sie nach frischer Leber gelüstete, würde sie diese zu einem späteren Zeitpunkt wie jeder normale Mensch mit Messer und Gabel von einem Teller speisen. Nachdem sie in den Ärmel geschlüpft war, ergriff sie neuerlich und beinahe schon in vertrauter Geste die Hand des hochgewachsenen Mannes, hakte sich schließlich beim gemütlichen Flanieren durch den Pet Shop bei ihm unter, damit ihre Worte keinen zu weiten Weg von ihren Lippen zu seinem Ohr zurücklegen mussten.
Ihr Blick streifte in völliger Gelassenheit über das vielfältige Angebot, während sie sich der Katzenabteilung näherten - in reinem Zufall, selbstverständlich nicht in Folge eines lächerlichen, kleinlichen Rachegedankens. Das zaghafte Mauzen aus mehreren Kehlen kitzelte selbst einen ganz bestimmten Punkt in ihrem eigenen Nacken.
"Natürlich werden wir die Kleinen betäuben. Ich habe wenig Lust, eine Rotte fröhlich kläffender Babys aus London hinaus zu schmuggeln. Ein kurzer Piekser und die Welpen werden für ein paar Stunden selig schlummern. Währenddessen können wir sie in Ruhe in einen entsprechend ausgestatteten Transporter verladen und nach Enchanted bringen. Oh schau, sieht der Kleine dort nicht haargenau aus wie Oliver?"

Die Lippen unschuldig aufeinander gepresst warf sie einen Blick unter schwarzen Wimpern hervor zu ihrem Begleiter empor, ehe sie ihn mitleidlos zu einem großen Käfig auf Augenhöhe dirigierte, hinter dessen gepolsterten Stäben sieben zuckersüße Kätzchen tobten, mit flauschigerem Fell als ein Stofftier und mit größeren Augen als eine Comicfigur. Das hohe, sirenenhafte Quietschen einiger Mädchen gleich neben ihnen gab Kunde über die normal übliche Reaktion auf solchen Ausbund an Niedlichkeit und Fluffigkeit. Eines der felinen Knäuel stolperte über die eigenen großen Pfötchen und entfesselte damit einen Ton aus den Mädchenkehlen, welcher einer hungernden, geplagten Banshee zur Ehre gereicht hätte. Rita grinste ein wenig gequälter und presste kurz die Handfläche gegen das am Stärksten betroffene Ohr, ehe sie sanft lächelnd Roscoes' Arme von hinten um sich schlang und ihren Rücken an seine Brust lehnte, in einer Gelassenheit, welche auch den misstrauischsten Sicherheitsmenschen davon überzeugte, dass trotz des kurzen Intermezzos von zuvor aus dieser Richtung keinerlei Gefahr mehr drohte. Die Saluki deutete auf ein orangerot gefärbtes Katerchen, welches gerade am schwarzen Plüschohr seines Kumpels zerrte und lehnte den Kopf in den Nacken, um Ros' Reaktion zu beobachten. Sanft platzierte sie seine Hände auf ihrem Bauch und legte ihren eigenen darüber.
"Ich nehme an, du hast von den vierzig Räubern gehört? Ich kenne einige von ihnen inzwischen wirklich gut. Ein netter Haufen und ziemlich begabt. Sie haben im Nu Kontakt zur Londoner Unterwelt geknüpft und über sie fand ich ebenfalls die ein oder andere Quelle, auf welche ich wenn nötig zurückgreifen kann. Der Transporter dürfte kein Problem sein, die Drogen sind ein bisschen teurer, aber wenn ich clever pokere, bekomme ich sicher einen Sonderpreis. Zumal es sich ja nur um ein Betäubungsmittel für Tiere handelt. Wusstest du, dass ich augenscheinlich in einem äußerst attraktiven menschlichen Körper stecke? Das erleichtert solche Verhandlungen ungemein."
Nein, mit Sicherheit wusste er das nicht.
"Wie auch immer, im Grunde ist das Alarmsystem unser größtes Hindernis, allerdings handelt es sich nicht um mein erstes. Leider sind die guten alten Zeiten des Kabeldurchbeißens passé und wo Tito steckt weiß ich nach wie vor nicht, insofern muss ich ein wenig geschickter vorgehen. Die Menschen mögen technisch inzwischen große Fortschritte gemacht haben, aber wo ich herkomme, gibt es Magie. Man könnte sagen, ich spiele eindeutig mit gezinkten Karten." Die letzten, geraunten Worte wurden begleitet von einem dunklen Lächeln, das eindeutig von Vorfreude auf das kommende Verbrechen zeugte.
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BeitragThema: Re: London: Pets In The City   So 9 Aug 2015 - 11:14

Roscoe zog leicht die Augenbrauen zusammen. Schon mal besser gelogen? Das war keine Lüge gewesen. In seinen Augen war ihm nichts passiert. Er hatte eine verdiente Strafe erhalten. Obwohl Rita das wahrscheinlich anders sehen würde. Dies war wieder eines der Dinge, in denen ihre Meinungen nicht weiter auseinander gehen könnten. Doch nur wegen ihrer Worte würde er nun nicht erzählen, was geschehen war. Das wäre... nein, das könnte er einfach nicht. Es wäre zu... nicht einmal ein passendes Wort konnte er dazu finden. Vielleicht war er zu stolz dazu, sicher machte das einen großen Teil aus. Doch er war sich gleichzeitig sicher, dass er sich während des Erzählens einfach nur schwach fühlen würde. So schwach und hilflos, wie er sich während der Strafe gefühlt hatte, eventuell sogar schlimmer. Immerhin war ihm bewusst gewesen, dass die Strafe gerechtfertigt war. Doch wenn er davon nun Rita berichten würde, würde er... ja, das Problem war wohl, dass er sich dann vor ihr schwach fühlen würde. Und das konnte er noch weniger haben, als sich vor Sykes schwach zu fühlen. Doch die Saluki schaffte es immer wieder, dass er gänzlich anders handelte, als geplant. Statt das Thema einfach sein zu lassen kam noch was hinterher und ärgerlich atmete er tief durch, um sich zu beruhigen. Funktionierte nicht wirklich. „Was willst du denn hören?“, fragte er dann dennoch nach, den Blick auf ihre dunklen Augen gerichtet. „Was würde ich dich eher zufrieden stellen? Wenn ich dir erzähle, dass es mir schlecht gegangen ist? Oder wenn ich dir sage, dass es mir gut geht?“ Er wusste es nicht. Bei Rita hatte er nur allzu oft das Gefühl, dass er eh nicht das Richtige tun konnte. Dass er immer irgendetwas tat, was sie aufregte. Hätte er ihr erzählt, was passiert war, so hätte sie sich doch nur Sorgen gemacht. Doch als er sagte, dass alles in Ordnung war, war sie auch nicht zufrieden. Musste er das jetzt verstehen?

Der Dobermann ließ sich dann mehr oder weniger gewillt von Rita führen. Er versuchte, die wieder aufsteigenden Gefühle zu unterdrücken, als die Saluki sich bei ihm einhakte und ihn in Richtung der Katzen – wirklich? - dirigierte. Als sie erklärte, dass sie vor hatte, die Welpen zu betäuben, nickte er. Das wäre wirklich besser und wesentlich unauffälliger. Sein Blick, welcher absichtlich nicht auf die Katzen gerichtet war, fuhr nun direkt dort hin. Ja, sogar ein leises Knurren war von ihm zu vernehmen, welches eher an Rita als an die Katze gerichtet war. Sie konnte froh sein, dass sein Bruder nicht hier war, der hätte nicht lange gezögert, sondern direkt die Jagd eröffnet. Doch Rita schien seine leise Warnung eher weniger zu interessieren, denn schon kurz darauf standen sie direkt vor den kleinen Katzen. Der Dobermann atmete tief durch und versuchte, sich nicht durch so etwas provozieren zu lassen. Okay, dafür war es eigentlich schon zu spät. Seine Hände waren verkrampft und auch seine Kiefer ärgerlich zusammengepresst. Das laute Quietschen der Kinder neben ihnen machte das alles nicht gerade besser und so warf er den Mädchen einen kalten Blick zu, welcher sie immerhin verstummen ließ. Verschwinden taten sie dennoch nicht. Dem wollte er mit einigen weniger netten Worten nachhelfen, als Rita seine Arme um ihren Körper legte und sich an ihn lehnte. Die Mädchen waren beinahe direkt wieder vergessen und ohne, dass er sich bewusst dazu entschlossen hatte, drückte er die Saluki noch etwas näher an sich.
Sein Blick war starr auf die Kätzchen gerichtet, ohne sie wirklich zu sehen. Was tat er hier eigentlich? Natürlich wusste er, was er tat, aber... warum? Und nein, er musste eigentlich nicht wirklich darüber nachdenken, um auch darauf eine Antwort zu finden.

Dann erzählte Rita von den vierzig Räubern und schien augenscheinlich doch schon einen besseren Plan zu haben als einfach die Welpen zu schnappen und abzuhauen. Auf dem Gesicht des Dobermanns war keine Regung zu erkennen, erst als sie ihn – wahrscheinlich rhetorisch – fragte, ob er gewusst hatte, dass ihr menschlicher Körper wohl recht attraktiv war. Sein Blick glitt nach unten und er konnte gerade noch „Das ist offensichtlich“, antworten, als sie schon weiter sprach. Er merkte durchaus, wie sein Körper auf ihre Nähe reagierte und auch, wenn diese menschlichen Körper ungewohnt und nicht ganz verständlich für ihn waren, so würde er Rita definitiv als attraktiv, als... wunderschön bezeichnen. Oder war es nur seine Meinung, weil er wusste, welche Hündin hinter diesem Äußeren steckte?
Von Alarmsystemen wusste er nicht viel. Außer, dass sie zu funktionieren hatten. Roscoe war noch nie in der Situation gewesen, eines umgehen oder gar deaktivieren zu müssen. Somit wieder etwas, was er Rita überlassen musste. Wie es aussah, war er im Endeffekt nur zum Tragen der Welpen dabei. Ein Traumjob. „Magie?“, fragte er dennoch nach, da der Gedanke daran, etwas mit Magie zu tun zu haben, ihm ein wahrlich unwohles Gefühl bescherte. Es war etwas, was er absolut nicht einschätzen konnte, von dem er aber wusste, dass es ungeheuer gefährlich war. Andererseits kannte er hauptsächlich die Magie aus Fort Curst. Ob es in Enchanted eine andere Art der Magie gab? Etwas... nicht ganz so gefährliches? „Vielleicht sollten wir es ohne versuchen.“ Kurz sah man in seinem Blick wohl die Sorge um Rita. Sie war nicht mit Magie aufgewachsen, was, wenn etwas schief ging? „Oder... ich mache es.“ Heroisch, sich selbst der Gefahr auszusetzen? Nein, so würde er es nicht beschreiben. Dennoch wäre es ihm wesentlich lieber, dass er es abbekommen würde, falls doch etwas schief ging, und nicht Rita.
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